Nikola Pavleski ist Bootsfahrer am Quellfluss jenseits des Kloster St. Naums am Ohrid-See in Mazedonien. Selbst im Paradies geboren, hat er es sich zur Aufgabe gemacht Reisenden die Schönheit seiner Heimat näher zu bringen. Hier ist seine Geschichte: 

Seit mehr als 10 Jahren verlässt Nikola Pavleski fast jeden Morgen seinen Heimatdorf Trepjca und wartet am Ufer des Quellflusses jenseits der Mauern vom Kloster St Naum auf seine ersten Kunden. Mit seinem großen Ruderboot, das in guten Zeiten bis zu 10 Fahrgäste fasst, führt er interessierte Touristen über das glasklare Wasser, entlang verwachsener Schilf-Bänke, bis hin zu einer der unterirdischen Quellen, die den Ohrid-See speist. 30 – 45 Minuten dauert die Fahrt. Weil wir mit einer DSR unterwegs sind, räumt er uns zusätzliche Zeit zum fotografieren ein, macht uns auf Besonderheiten aufmerksam, die wir andernfalls verpasst hätten und entführt uns in dieses besondere Stückchen Erde.

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(Titelbild und Foto:Anja Grabinger)

„Ich kann euch etwas über diesen Ort erzählen, oder einfach still sein und euch genießen lassen. Was immer ihr wollt, ist beides in Ordnung und gehört gleichermaßen zu meinem Job“

Er selbst wurde in Ohrid geboren und nennt die Region seitdem seine Zuhause Er war damals einer der ersten, der sich mit seinem Boot vor dem Kloster positioniert hat. Nun gibt es viele Bootsfahrer und in der Hochsaison ist dafür auch genügend los. Aber viele der Männer wollen nur möglichst viele Touristen übers Wasser schaffen. Sicher ist auch Nikola Geschäftsmann, wohl kaum hätte er uns sonst so offen von seinen weiteren Tätigkeiten erzählt, uns Flyer zugesteckt und ein wenig die Werbetrommel in eigener Sache getrommelt. Dennoch, Nikola liegt etwas an seiner Heimat und so erzählt er Tag um Tag all jenen, die es hören wollen, was es mit dem wunderschönen Naturerbe St Naums auf sich hat.

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(Titelbild und Foto:Anja Grabinger)

„Wenn man im Paradies geboren wurde, will man es anderen näher bringen und dafür sorgen, dass es beschützt wird.“

Außerdem hat er sich der Fotografie verschrieben. Ein Blick auf das alte, traditionell Mazedonien im Kontrast zur Moderne, die immer mehr ihren Einzug hält. Er will bewahren und versteht sich als Botschafter, der durch die Linse die Überreste der alten Zeit für die Nachwelt festzuhalten versucht. Mit Ausflügen in alten mazedonischen Dörfern, in denen die Zeit seit hunderten Jahren still zu stehen scheint, will er Besuchern zudem die Geschichte seiner Heimat hautnah vor Augen führen.

Ein Mann der sich seiner Heimat von ganzem Herzen verschrieben hat und erkannt hat, dass in der Bewahrung von Natur und Tradition nicht nur seine eigene sondern auch die Zukunft seines Landes liegen könnte.


 

St. Naum ist eines der Hauptausflugsziele für Besucher des Ohrid-Sees. Die alte Klosteranlage ist heute das Zuhause für zahlreiche männliche Pfauen, die sich nur all zu gerne als Fotomotiv herhalten müssen. Erreichen kann man die Anlage sowohl auf dem Landweg als auch über den Wasserweg, wobei die 35 km lange Fahrt, mit Startpunkt am Hafen Ohrids, einmal quer über den See optisch sicher mehr zu bieten hat.

Neben den Mauern der Park-ähnlichen Klosteranlage trennt ein dünner Landstreifen den Ohrid-See vom glasklaren Fluss, in dem einige der unterirdischen Quellen zu finden sind, die den See speisen. Neben zahlreichen Cafés, Souvenierständen, einem – für den Ohrid-See raren – Sandstrand  und einem – in den Fluss integrierten ,“schwimmenden – Restaurant gehören eben die Boostfahrten wie sie Nikola anbietet zum absoluten Höhepunkt.

 

 


Weil Nikola unseren Bootsausflug unvergesslich gemacht hat und weil ich einen riesigen Respekt davor habe, wie sehr er sich seiner Heimat verschrieben hat, werbe ich nur all zu gerne ein wenig für ihn. Hier findet ihr sein angebotenen Touren und seine Bilder. Für meinen nächsten Trip nach Mazedonien, steht eine seine Rural-Tourism-Tours in ein ursprüngliches mazedonisches Dorf auf jeden Fall auf meinem Plan.

 

Ist dir auf deinen Reisen auch schon mal jemand begegnet, der so richtig Eindruck hinterlassen hat? Dessen Sicht auf das Leben dich inspiriert und dir bleibend im Gedächtnis geblieben ist? Schreib mir deine Geschichte in die Kommentare. Ich freu mich von dir zu hören!