Egal ob zuhause oder unterwegs, auch in Sachen Bücher, darf beim lesewütigen Weltenbummler ein Hauch von Fernweh nicht fehlen.  Im ersten Teil meiner literarischen Weltreise stelle ich Bücher vor, bei denen Fernweh garantiert ist: 

Reisen bedeutet für mich auch:  Zeit zum Lesen. Als ausgesprochener Bücherwurm (von seinen Freunden auch liebevoll als Lesenazi beschimpft), bin ich unaufhörlich auf der Suche nach neuem Lesefutter für daheim oder eben auch „on the road“. Reiseführer und Co. durchforste ich kaum noch. Viel lieber bereite ich mich auf ein Land vor, indem ich Erfahrungsberichte, historisch relevante Romane oder schlicht einfach zur Destination passende Fiktion lese.

Übrigens gehörte auch ich einst zur Fraktion der Papier-und-Tinte-Anbeter, kann dir mittlerweile aber zumindest fürs Reisen wirklich nur  einen eReader ans Herz legen! Schon allein der Platzfrage im Backpack wegen, ist der elektronische Reisebegleiter für mich mittlerweile schlicht unverzichtbar!

Für mich (und weil meine Zeit als Aushilfe in einem namhaften Buchhaus mir gezeigt hat, dass ich mit diesem Bedürfnis nicht alleine dastehe) der Anstoß für meine Reihe „Literarisches Fernweh“. In den kommenden Wochen möchte ich dir länderspezifische Literaturlisten vorstellen, die den Weltenbummler in dir aufleben lassen. Eine Buchreise, deren Anfang – diesmal noch ganz global – die großen Klassiker des Genres machen.


Erfahrungsberichte

In die Wildnis: Allein nach Alaska

Bücher Fernweh

Die Geschichte des jungen Aussteigers Christopher McCandless aka Alexander Supertramp – besser bekannt unter dem englischen Originaltitel „Into the Wild –  ist eine der wohl tragischsten, aber auch beliebtesten Reisegeschichten unserer Zeit und darf sich zweifelsohne zu den ganz großen Genreklassikern zählen. Basierend auf wahren Begebenheiten, berichtete der US-Autor Jon Krakauer 1993 mit einer Reportage in der Zeitschrift „Outside“ erstmals vom Schicksal des selbsternannten Abenteurers, der nach zwei Jahren Wanderschaft durch die USA ein einfaches Leben fernab aller Besitztümer in der harschen Wildnis Alaskas anstrebte. Kurz später folgte mit „In die Wildnis: Allein nach Alaska“ dann die Langversion der unglaublichen Geschichte im Buchformat, bis es 2007 sogar zur (vielfach preisgekrönten) Verfilmung kam.

Das große Los

Bücher Fernweh

Als die deutsche Journalistin Meike Winnemuth 2010 gegenüber von Günther Jauch auf dem Stuhl bei „Wer wird Millionär“ platz nimmt, ahnt sie noch nicht, dass sie wenig später 500.000 € reicher und mit völlig neuen Zielen aus der Quizshow scheiden wird. Anstelle von geplanter finanzieller Sicherheit setzte sie ihren Gewinn nämlich ein, um im laufe eines Jahres zwölf globale Metropolen zu bereisen. Ihre Erlebnisse und ihre Erkenntnis darüber, was es wirklich braucht um glücklich zu sein, fasste sie in ihrem Erfahrungsbericht „Das große Los“ – der es auch auf die Spiegel-Bestsellerliste schaffte – zusammen.

Der große Trip: Tausend Meilen durch die Wildnis zu mir selbst

Bücher Fernweh

Mit 22 Jahren war die US-amerikanische Autorin Cheryl Strayed am Tiefpunkt ihres Lebens angekommen. Nachdem Krebstod ihrer Mutter wendete sich ihr Stiefvater von der Familie ab und auch in ihren distanzierten Geschwistern fand sie keine Stütze, um ihre Trauer zu überkommen. Als Cheryl beginnt Heroin zu nehmen, geht auch noch ihre Ehe in die Brüche. Um wieder zu sich selbst und ihrem Leben zu finden, startet sie mit 26 Jahren völlig umnvorbereitet und allein ein monumentales Vorhaben: Den 1100 Meilen langen Pacific Crest Trail.

2012 veröffentlichte die mittlerweile erfolgreiche Schriftstellerin mit „Der große Trip“ die Memoiren dieses Selbstfindungstrip im Buchformat. Zwei Jahre später folgte mit „Der große Trip – Wild“ die zweifach Oscar-nominierte Leinwandadaption mit Reese Witherspoon in der Hauptrolle.

 

Fliegen ohne Flügel

Bücher Fernweh

Weil ein chinesischer Wahrsager seinen Tod durch einen Flugzeugabsturz vorhersagt, entschied sich der italienische Journalist und Asienkorrespondent des deutschen „Spiegels“ Titziano Terzani 1933 dazu ein Jahr lang mit allem was eben keine Flügel hat über den asiatischen Kontinent zu Reisen. Die Erlebnisse und Begegnungen entlang des Weges sowie seine eigene Reise zur Spiritualität brachte er mit „Fliegen ohne Flügel“ zu Papier …

Couchsurfing im Iran: Meine Reise hinter verschlossene Türen

Bücher Fernweh

Bei Fremden auf dem Sofa schlafen und das auch noch im Iran? Warum eigentlich nicht, dachte sich Reporter und Reiseenthusiast Stephan Orth und erlebt das Land im Nahen Osten dabei von einer gänzlich neuen Seite. Mit „Couchsurfing in Russland: Wie ich fast zum Putin-Versteher wurde„, legte er Anfang des Jahres im Übrigen direkt noch einmal nach.

Zwei nach Shanghai: 13600 Kilometer mit dem Fahrrad von Deutschland nach China

Bücher Fernweh
Ein Zelt, zwei Isomatten und zwei Fahrräder, mehr haben die Zwillingsbrüder Paul und Jansen Hoepner nicht am Start, als sie ihre Reise von Berlin nach Shanghai beginnen. Von Strapazen, einzigartigen Abenteuern, Visa-Problemen und ihrem Abstecher in den Himalaya berichtet das Duo mit seinem ausführlichen Bericht „Zwei nach Shanghai„, der auch schon Bestandteil etwaiger TV-Reportagen war.

Dabei sind sie jedoch keineswegs die einzigen, die ihr Reise mit dem Drahtesel zu Papier gebracht haben. Auch Wilfried Hofmann (Grenzenlos – Mit dem Fahrrad 4 Jahre um die Welt),  Andreas Hübl (Rückenwind mit dem Rad um die Welt) oder auch Markus Maria Weber (Ein Coffee to Togo: Ein Fahrrad, 26 Länder und jede Menge Kaffee) dürfen hier exemplarisch genannt werden.

 

 

Ich bin dann mal weg: Meine Reise auf dem Jakobsweg

Bücher Fernweh
Der Jakobsweg ist schon lange kein reiner christlicher Pilgerweg mehr. Das europaweite Streckennetz mit Ziel im spanischen Santiago de Compostela hat sich vor allem in den letzten Jahren zum Weg der Selbstfindung und Selbsterfahrung für Menschen aller Glaubensrichtungen und Gesinnungen gemausert.

Auch der Entertainer Hape Kerkeling nutze den Camino für sich, um sein Leben neu zu kalibrieren. Nach einem Hörsturz und der Entfernung seiner Gallenblase war es für ihn Zeit wieder mehr zu sich selbst zu finden, und so startete er 2001 auf den Camino Francés. Was er dabei erlebt hat und vor allem, welchen Charakteren er auf seiner Reise begegnet ist, hielt er im 2006 erschienenen Erfahrungsbericht „Ich bin dann mal weg – Meine Reise auf dem Jakobsweg“ fest und sorgte in Folge für einen regelrechten Hype auf dem altehrwürdigen Pilgerweg. 2015 brachte die deutsche Filmemacherin Julia von Heinz die Geschichte dann in bewegten Bildern auf die Leinwand.

Bon Camino! Weitere Erfahrungsberichte zum Thema Jakobsweg


 Coaching und Romane 

Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück

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Was ist eigentlich Glück? Und warum sind manche Menschen glücklicher als andere? Mit diesen und weiteren Fragen des Lebens beschäftigt sich der Pariser Psychiater und Autor François Lelord bereits seit mehreren Jahren. Um Antworten zu finden, hängte er sogar einige Zeit lang seinen Job ab den Nagel und reiste einmal quer um den Globus.

Das Ergebnis sind die in vierzehn Ländern veröffentlichten „Hector-Romane“, in denen Lelords Alterego Hector die großen Fragen des Lebens an seiner statt zu beantworten versucht. Den Anfang machte 2002 der Serienauftakt „Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück„, der auch Vorlage der gleichnamigen 2014er Filmadaption ist.

 

Das Café am Rande der Welt: Eine Erzählung über den Sinn des Lebens

Bücher Fernweh

 

Autor und Lebenscoach John Strelecky spinnt mit „Das Café am Rande der Welt“ eine einfach Geschichte darüber, wie man es schafft sein gesamtes Potenzial zu entfalten und was persönlicher Erfolg wirklich bedeutet. Dabei erfindet er das Rad keinesfalls neu und mag für manch einen nur unwesentlich viel neues bieten. Ganz persönlich hat es Strelecky für mich aber genau ob dieser Einfachheit des Geschriebenen geschafft für Klarheit und zahlreiche neue Denkanstöße zu sorgen – und hat sein Ziel  damit für mich vollends erfüllt. In Summe eine leichte Lektüre, die jedem, der der Thematik zugänglich ist, durchaus einen Blick wert sein darf.

Die Landkarte der Liebe

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In den Werken der britischen Autorin Lucy Clarke („Der Sommer, in dem es zu schneien begann“, „Das Haus, das in den Wellen verschwand“) – selbst ambitionierte Weltenbummlerin – schwingt seit jeher einer gute Portion Fernweh mit. Auch mit „Die Landkarte der Liebe“ entführt sie ihre Leser an zahlreiche exotische Orte. Im Fokus: Die bodenständige Katie, der von ihrer unnahbaren Schwester Mia nichts bleibt, als ein meerblaues Reisetagebuch. Um zu begreifen, wie es zu dem Unglück auf Bali kommen konnte, das Mia das Leben kostete, rekonstruiert Katie mit Hilfe der Aufzeichnungen die Reise ihrer Schwester, Schritt für Schritt …

 

Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry

 

Bücher Fernweh

Eigentlich hatte Harold Fry nur kurz einen Brief an seine im sterben liegende Kollegin Queenie einwerfen wollen. Doch  anstelle des Postamts tragen ihn seine Füße über die Grenzen des heimischen Städtchens hinaus, raus aus Südengland, bis an die schottische Grenze, an der Queenie in einem Hospiz ihre letzten Tage zählt. 1000 Kilometer und 87 Tage dauert Harolds Reise, für die er sich jeden Tag aufs Neue entscheiden muss  – „Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry„.

 

Das Herzenhören

Bücher Fernweh
Aus seiner Zeit als Asienkorrespondent für den „Stern“ nahm der deutsche Journlaist Jan-Phillip Sendker im wahrsten Sinne des Wortes genug Stoff mit, um ganze Bücher zu füllen – darunter auch seine Burma-Serie. „Das Herzenhören“ markiert denn Beginn der Reihe und begleitet die New Yorkerin Julia Win auf der Suche nach ihrem Vater in ein burmesisches Bergdorf.


Na, das richtige für dich dabei? Falls du dich jetzt wunderst, wo die großen Dauerbrenner á la „Eat Pray Love“ oder „The Beach“ geblieben sind, die findest du in Kürze auf den spezifischen Literaturlisten zu Indonesien, Thailand und Co. Mit dabei dann ach jede Menge Gegeimtipps, die du so vielleicht noch nicht auf dem Schirm hattest. Hast du selbst noch Vorschläge für die Liste, Fragen oder Anregungen? Dann hinterlasse mir wie immer einen Kommentar! Ich freue mich von dir zu hören. 

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